Berufung, Vision, Lebensrolle

Berufung oder Vision?

Wortwolke: Was mir wichtig ist!

In dieser Wortwolke sind viele Sachen genannt, die für mich wichtig sind.

  • Als Geschöpf spielt Gott eine wichtige Rolle, mein Schöpfer und Jesus als Erlöser. Meine Gemeinde ist mir wichtig; ich mag Stille und das Predigen.
  • Als soziales Wesen sind meine Ehe, meine Familie, samt meinen Kindern & Enkeln, aber auch meine Eltern und Freunde wichtig.
  • Als Mensch ist mir die Arbeit wichtig und damit auch der Feierabend und der Urlaub.
  • Als politisches Wesen liegen mir Frieden und Gerechtigkeit am Herzen.

Dies alles ist für mich wichtig. Manche Begriffe sind wie Container, z.B. Arbeit. Hierzu gehören all die Gaben und Fähigkeiten, die ich „auf Arbeit“ ausübe und einsetze. Vieles ist in mich hineingelegt. Viele Begabungen konnte ich schon als Kind entdecken, sie reiften in der Jugendzeit aus. Manche Fähigkeit konnte ich nicht entdecken und auch nicht entwickeln, dazu gehört das Gitarre spielen oder das Erlernen einer Fremdsprache.

Was ich gut kann, kann ich beruflich wie privat einsetzen. Weil ich es empfangen habe, spreche ich gerne von Berufung: Ich glaube, dass mein Schöpfer mir diese Gaben geschenkt hat und dass ich damit ihm und anderen Menschen „dienen“ kann. Diese Gaben (die Bibel nennt so etwas auch Charismen) verstehe ich als einen Auftrag, einen Ruf Gottes zum Handeln.

Das macht mir übrigens keinen Druck, sondern setzt bei mir eher Kräfte frei. Auch dass ich ein religiöser Mensch bin und ich mich als Geschöpf Gottes verstehe, habe ich als Geschenk erfahren, ist so ein Ruf, den ich höre.

Manche sprechen lieber von einem Leitbild, das entsteht durch Nachdenken, das finde ich vielleicht aus der Analyse meines Selbstkonzeptes (siehe auch den Blogbeitrag Selbstkonzept).

Andere sprechen von einer Vision – das kann ein anderes Wort für Leitbild sein, das kann auch etwas „Übernatürliches“ sein, was man empfangen hat. Manche halten so etwas schlicht für Schwärmerei und können damit nichts anfangen. Für andere ist es ein Aufschlussmoment, der dem Leben Richtung gibt. Philosophen und spirituelle Menschen aller Religionen erfahren solche Aufschlussmomente bis heute. (Wer anhand biblischer oder geschichtlicher Gestalten über Berufung nachdenken will, kann das hier tun: Berufung.)

Wenn ich von „Berufung“ spreche, meine ich zunächst nicht ein a.o. Ereignis oder einen Aufschlussmoment, wie es das Alte Testament von Mose am Dornbusch berichtet. Ich frage nach meinen Begabungen und schließe daraus, dass ich so geschaffen bin. Weil ich so bin, macht es mir Spaß und bereitet mir Freude, meinen Begabungen zu folgen. Das gibt mein Bild von Berufung. Das führt bei mir zu meinem Berufswunsch, Lehrer zu werden. Andere werden Erzieherin oder Heilpädagogin. Andere werden Musiker, Pfarrerin oder gehen ins Personalmanagement.

Natürlich kann ich das auch Vision oder Leitbild nennen. Es mag ja auch sein, dass vielen allein der Begriff „Berufung“ Menschen Druck macht, dass sie das als Fremdbestimmung wahrnehmen. Dafür kann es gute Gründe geben. Sicher hängt das stark vom Gottesbild ab, das man hat.

  • Manche überlegen sich die Ziele ihres Lebens nach ihren Wertvorstellungen, z.B. „Ich möchte einmal Karriere machen!“ „Ich möchte so viel Geld verdienen, dass ich mit 55 nicht mehr arbeiten muss!“ Ob das ein tragfähiges Leitbild ist, muss jede selber entscheiden, für manche ist es vielleicht auch ein verborgenes Ziel.
  • Manche überlegen sich andere Ziele: „Ich möchte die Welt ein bisschen besser machen!“ Sie spüren ein Bedürfnis nach Hingabe, nach sinnvollem Leben, nach Zugehörigkeit. Sie wollen einen möglichst wertvollen und anerkannten Beitrag zum großen Ganzen leisten. Viele junge Erwachsene verfolgen so eine Vision und ich habe großen Respekt davor.

Die einen suchen ihren Platz an der Sonne, wollen von allem das meiste haben, die andere möchten ihr Leben zugunsten des großen Ganzen nutzen. Was willst du?

Religiös orientierte Menschen fragten schon immer nach einem göttlichen Willen in ihrem Leben, suchten sich dabei an Geboten zu orientieren oder fragten nach Vorbildern. Als Christen glauben wir, dass wir keine Laune der Natur oder des Schicksals sind, sondern dass wir einen Schöpfer haben, der uns nach seinem Bilde geschaffen hat (Gen 1). Gott ist unser liebevolles Gegenüber, will mit uns im Gespräch sein und bleiben, zu uns sprechen und uns zum Ziel führen.

Wenn du deine Berufung erkennen oder deine Vision entwickeln willst, kannst du es auf dieser Seite tun: Wie erkenne ich meine Berufung?

Lebensrolle

In meiner Wortwolke zur Berufung standen die Begriffen „Arbeit“ und „Familie“ recht herausgehoben. Meistens ist unsere Rolle im Beruf ziemlich klar, wir haben einen Arbeitsvertrag und ganz bestimmte Aufgaben, die wir erfüllen müssen. Unsere Rolle und Aufgabe in der Familie ist uns aber nicht immer genauso klar.

Im Leben kommt es aber nicht nur auf die einzigartige Berufung und die große Vision an, auch die Lebensrollen sind wichtig.

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